evaluateMe

Vergleich

evaluateMe vs. Excel-Vorlage

Zeiterfassung Excel vs. evaluateMe: Was reicht für die Arbeitszeit-Pflicht und wo Excel-Vorlagen scheitern. Honest Take, kein Bashing.

In einem Satz

Excel funktioniert für 1 Person und niedrige Compliance-Anforderungen. Sobald ein zweiter Mitarbeiter dazu kommt oder die Arbeitszeit-Pflicht aus dem BAG-Beschluss von 2022 nachgewiesen werden muss, wird es eng, vor allem beim Manipulationsschutz und beim automatischen Stundenkonto.

Wo Excel-Vorlage stärker ist

  • Kostenlos und sofort verfügbar

    Eine Excel-Vorlage gibt es in fünf Minuten, Vorlage aus dem Netz herunterladen, Spalten anpassen, fertig. Wer Office 365 oder Google Workspace ohnehin im Abo hat, zahlt keinen zusätzlichen Cent. Kein Login, kein Onboarding, kein Vertrag.

  • Voll anpassbar bis ins letzte Feld

    Excel kennt keine Schema-Grenzen. Wenn du eine zusätzliche Spalte für „Wetter" oder „Mood" willst, ziehst du sie ein. Bei einem Tool wie evaluateMe sind Custom-Fields auf das beschränkt, was das Produkt vorsieht.

  • Kein Anbieter-Lock-in

    Deine Datei gehört dir. Kein SaaS, der morgen die Preise verdoppelt, von einem Investor gekauft wird oder den Dienst einstellt. Die Daten liegen lokal oder im eigenen Cloud-Storage, Export und Backup sind trivial.

  • Jeder kennt es

    Excel-Kenntnisse setzt fast jeder Berufstätige voraus. Onboarding für neue Mitarbeiter entfällt, Steuerberater können die Datei direkt öffnen, ein CSV-Export ist nativ. Bei einem spezialisierten Tool brauchst du immer ein paar Minuten Erklärung.

Wo evaluateMe stärker ist

  • Rechtssicher dokumentiert mit Audit-Log ab Business

    Das BAG hat 2022 entschieden (Beschluss 1 ABR 22/21), dass Arbeitgeber die gesamte Arbeitszeit ihrer Mitarbeiter „objektiv und verlässlich" erfassen müssen. Excel-Vorlagen können das technisch, aber jeder, der die Datei öffnet, kann Zeiten nachträglich ändern, ohne dass es protokolliert wird. evaluateMe Business hat ein Audit-Log, das jede Änderung mit Zeitstempel und Nutzer festhält. Für die Nachweisbarkeit gegenüber Behörden, Betriebsrat oder im Streitfall ist das der entscheidende Unterschied.

  • Abrechenbar/intern pro Eintrag und Kunden-Stundenkonten

    Jeder Zeiteintrag lässt sich als abrechenbar oder intern markieren, daraus errechnet evaluateMe eine Billable-Quote. Für Retainer-Kunden gibt es ein eigenes Kontingent aus Inklusivstunden mit Soll/Ist und Restkontingent, bei dem nur der Mehraufwand berechnet wird und ungenutzte Stunden verfallen. In Excel müsstest du dafür Hilfsspalten und Pivot-Tabellen bauen und bei jedem neuen Kunden nachziehen.

  • Kein Excel-Bug-Risiko bei Formeln

    Vorlagen aus dem Netz haben regelmäßig Formel-Fehler: falsche Behandlung von Nachtschichten über 24:00 Uhr, Sommerzeit-Umstellung, Verwechslung von Stunden-als-Dezimal mit Uhrzeit-Format, kaputte Summen bei leeren Zellen. Diese Bugs entstehen leise und werden oft erst bei der Lohnabrechnung entdeckt. evaluateMe rechnet die Zeiten serverseitig auf Basis einer durchgetesteten Logik, Lücken zwischen Einträgen werden mit Minutenangabe markiert und überlappende Einträge an einem Tag beim Speichern hart blockiert.

  • Stundenkonto automatisch und native XRechnung ab Business

    Soll/Ist-Saldo, Übertrag aus dem Vormonat, Resturlaub: in Excel jedes Mal frickeln, in evaluateMe Standardansicht. Der kostenlose Light-Plan (1 Nutzer, dauerhaft) deckt Tracking und Stundenkonto ab, Rechnungen sind nicht enthalten. Wer am Monatsende abrechnen muss, schaltet auf Business und erzeugt direkt XRechnung und ZUGFeRD (EN 16931); bei Excel endet die Kette beim Stundenzettel als PDF.

Feature-Matrix

Funktion evaluateMe Excel-Vorlage
Preis (1 Nutzer) 0 € (Light, 1 Nutzer, dauerhaft; Tracking + Stundenkonto, Rechnungen ab Business) 0 € (Vorlage) oder bestehende Office-/Workspace-Lizenz
Preis (5 Nutzer, Standard-Plan jährlich) 20,40 € / Monat (Basic) 0 € (Vorlage), aber kein Mehrnutzer-Sync
BAG-konforme Arbeitszeit-Erfassung (Beginn, Ende, Dauer) Ja, mit Zeitstempel
Beide erfüllen die formale BAG-Anforderung. Der Unterschied liegt in der Manipulationssicherheit (nächste Zeile).
Ja, manuell eingetragen
Manipulationsschutz / Audit-Log Ja (ab Business): jede Änderung mit User + Zeitstempel
Das ist im BAG-Kontext der praktisch wichtigste Punkt.
Nein: jeder mit Schreibzugriff kann rückwirkend ändern
Abrechenbar/intern pro Eintrag + Billable-Quote Ja, pro Zeiteintrag markierbar, mit Quote-Report Nur über Hilfsspalten und manuelle Pivot-Tabellen
Gesetzliche Feiertage je Bundesland Ja, Jahres-Import nach hinterlegtem Bundesland (alle 16 deutschen Bundesländer) Nein, manuell pflegen
Stundenkonto mit Soll/Ist und Übertrag Ja, automatisch Manuell zu pflegen, fehleranfällig
Mehrnutzer-Sync ohne Datei-Konflikte Ja (cloud-nativ) Nur via OneDrive/SharePoint/Google Drive, Race-Conditions häufig
Urlaubs- und Krankmanagement Ja (ab Basic), mit Approval-Inbox Nein, separate Tabelle / Outlook-Kalender
XRechnung-Export (EN 16931) Ja, eingebaut (ab Business; nicht im kostenlosen Light) Nein, Stundenzettel als PDF ist Maximum
ZUGFeRD (EN 16931) Ja, eingebaut (ab Business; nicht im kostenlosen Light) Nein
Hosting und Datenschutz Hosting in Deutschland (Hetzner), ISO 27001, BSI C5, AVV Verantwortung beim Nutzer (lokales Backup, Cloud-Share)
Mobile Nutzung (z.B. Stunden unterwegs eintragen) Native iOS + Android Apps Excel Mobile / Google Sheets, eingeschränkt
Migration zu einem anderen Tool später Auswertungen + Stundenkonto/Saldo als CSV/PDF, eigene Daten als DSGVO-JSON-Export Format-Chaos: jede Vorlage anders, Re-Mapping nötig
Aufwand für neue Mitarbeiter im Onboarding Login + 5 min Klick-Tour Vorlage erklären, Schutz einrichten, OneDrive-Setup

Preise im Vergleich

Plan evaluateMe Excel-Vorlage
1 Nutzer 0 € (Light, 1 Nutzer, dauerhaft; Tracking + Stundenkonto, Rechnungen ab Business) 0 € (Vorlage), sofern Office/Workspace-Lizenz vorhanden ist
5 Nutzer (Standard) 20,40 € / Monat (Basic, jährlich, inkl. MwSt) 0 € für die Vorlage selbst
Excel ist nominell günstiger, kompensiert aber nicht den Mehraufwand beim Stundenkonto, Audit und Mehrnutzer-Sync, und nicht das Risiko, wenn der Audit-Log fehlt.
20 Nutzer (Business) 165 € / Monat (Business, jährlich, mit Audit-Log und XRechnung) Excel nicht mehr realistisch ohne Zusatz-Tooling

Stand:

Migration & Datenübernahme

Wer von einer Excel-Vorlage auf evaluateMe wechselt, hat es einfacher als bei einer Tool-zu-Tool-Migration, weil das Schema bei Excel selten konsistent ist.

Pragmatischer Pfad:

1. Stichtag festlegen, z.B. Monatsanfang. Bis zum Stichtag wird in Excel weitergeführt, ab Stichtag in evaluateMe.
2. Arbeitszeitmodell anlegen, Wochenstunden, Arbeitstage und Urlaubstage pro Jahr hinterlegen; daraus baut evaluateMe das Soll/Ist-Stundenkonto auf.
3. Resturlaub im Urlaubssaldo als Resturlaub Vorjahr hinterlegen, Krankheitstage ab Stichtag direkt in evaluateMe markieren.
4. Kunden und Kategorien anlegen, bei wenigen reichen 10 Minuten; einen CSV-Import von Stammdaten gibt es nicht, sie werden in der Oberfläche angelegt.
5. Alte Excel-Dateien als PDF archivieren und für die Aufbewahrungspflicht (GoBD: 10 Jahre) sicher ablegen.

Keinen Versuch wert: alte Excel-Zeitbuchungen Eintrag-für-Eintrag importieren. Einen Eintrags-Import gibt es ohnehin nicht, die alten Daten bleiben besser als PDF-Archiv liegen.

Bleib bei Excel-Vorlage, wenn

Du arbeitest solo und brauchst nur eine grobe Übersicht für eine PDF-Rechnung an einen Kunden im Monat. Du hast keine Mitarbeiter, musst keine Arbeitszeit-Pflicht gegenüber einer Behörde nachweisen und schreibst keine B2G/B2B-Rechnungen, die XRechnung verlangen. Dann ist Excel ehrlich genug.

Wechsel zu evaluateMe, wenn

Du hast einen zweiten Mitarbeiter (oder bekommst bald einen), du musst die Arbeitszeit-Erfassungspflicht aus dem BAG-Beschluss sauber nachweisen können, du schreibst XRechnung-pflichtige Rechnungen an öffentliche Auftraggeber oder größere B2B-Kunden, oder du willst ein automatisches Stundenkonto mit Soll/Ist statt Excel-Formeln. Für reines Tracking reicht der kostenlose Light-Plan (1 Nutzer); native XRechnung gibt es ab Business, beides kann Excel nicht. Sobald einer dieser Punkte zutrifft, kostet Excel mehr Zeit, als es einspart.

Häufige Fragen zum Vergleich

Ist eine Excel-Vorlage rechtlich überhaupt erlaubt für die Arbeitszeit-Erfassung?
Ja, das BAG hat in der Entscheidung 1 ABR 22/21 klargestellt, dass die Erfassung „objektiv und verlässlich" sein muss, aber nicht zwingend elektronisch. Eine Excel-Vorlage erfüllt formal die Anforderung, solange Beginn, Ende und Dauer der Arbeitszeit nachvollziehbar dokumentiert sind. Der Knackpunkt ist die Manipulationssicherheit: ohne Audit-Log lässt sich im Zweifel schwer beweisen, dass die Einträge nicht nachträglich verändert wurden. Das geplante Arbeitszeiterfassungsgesetz des BMAS soll perspektivisch eine elektronische Erfassung verlangen, mit Übergangsfristen für KMU (Stand Juni 2026).
Reicht eine Excel-Vorlage für einen Solo-Selbstständigen?
Wahrscheinlich ja, wenn du keine Mitarbeiter hast und keine XRechnungs-Pflicht abdecken musst. Die BAG-Pflicht zur Arbeitszeit-Erfassung gilt für Arbeitgeber gegenüber ihren Arbeitnehmern, als Solo-Selbstständiger erfasst du Zeiten höchstens für die eigene Rechnungsstellung, nicht für eine Aufsichtsbehörde. Sobald du aber eine Werkstudentin oder Aushilfe einstellst, kippt die Situation.
Was passiert, wenn ich Excel-Stunden im Streitfall vor Gericht nachweisen muss?
Ein Excel-File ohne Versionierung und ohne Audit-Log ist als Beweismittel schwächer als ein System mit dokumentierten Änderungs-Logs. Im Zweifel kann die Gegenseite argumentieren, die Datei sei nachträglich angepasst worden. Wer regelmäßig PDF-Snapshots ablegt oder die Datei in eine versionierte Ablage (z.B. SharePoint mit Versionshistorie) packt, verbessert die Beweislage, kommt aber nicht an einen echten Audit-Log heran. Im Zweifel: einen Arbeitsrechts-Spezialisten fragen, das hier ist kein Rechtsrat.
Was sind die typischen Excel-Bugs in Zeiterfassungs-Vorlagen?
Die häufigsten Fallen: Zeiten über 24:00 Uhr werden falsch summiert (Format hh:mm bricht), Sommerzeit-/Winterzeit-Umstellung wird nicht erkannt, Pausen als Dezimal statt Uhrzeit eingetragen (0,5 statt 00:30), Summen-Formeln, die leere Zellen als 0 lesen und so Stunden „verschlucken", Wochenend-Zuschläge mit falscher WENN-Logik. Diese Fehler entstehen leise und fallen oft erst auf, wenn die Lohnabrechnung nicht stimmt.
Kann ich Excel und evaluateMe parallel nutzen?
Klar, aber lohnt sich selten. Wer evaluateMe nutzt, hat die Zeiten in einer Quelle, wer parallel Excel pflegt, hat zwei Quellen und damit zwei Risiken für Abweichungen. Sinnvoller: einen Stichtag setzen, ab dem Excel nur noch Archiv ist.

Quellen

Stand:

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