Wie lange dauert der Mutterschutz?
Antwort
Die Schutzfrist beträgt nach § 3 MuSchG sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt. Bei Mehrlings- oder Frühgeburten sowie bei Geburt eines Kindes mit Behinderung verlängert sich die Frist nach der Geburt auf zwölf Wochen.
Sechs Wochen vor der Geburt
§ 3 Abs. 1 MuSchG verbietet die Beschäftigung in den letzten sechs Wochen vor dem mutmaßlichen Entbindungstermin. Die werdende Mutter darf in dieser Zeit nur arbeiten, wenn sie sich ausdrücklich dazu bereit erklärt, und diese Erklärung jederzeit widerrufen kann.
Der voraussichtliche Entbindungstermin ergibt sich aus dem ärztlichen Zeugnis oder dem Zeugnis einer Hebamme.
Acht Wochen nach der Geburt
§ 3 Abs. 2 MuSchG ordnet ein absolutes Beschäftigungsverbot für acht Wochen nach der Entbindung an. Anders als die Frist vor der Geburt gilt diese Schutzfrist zwingend, die Mutter darf in dieser Zeit nicht arbeiten, auch wenn sie es selbst wollte.
Bei einer Frühgeburt verlängert sich die Frist nach der Geburt um die Tage, die in der Frist vor der Geburt nicht in Anspruch genommen werden konnten.
Verlängerung auf zwölf Wochen
Die Schutzfrist nach der Geburt verlängert sich auf zwölf Wochen, wenn
- eine Mehrlingsgeburt vorliegt,
- das Kind als Frühgeburt geboren wird (im medizinischen Sinn) oder
- bei dem Kind innerhalb von acht Wochen nach der Geburt eine Behinderung im Sinne des SGB IX ärztlich festgestellt wird (auf Antrag der Mutter).
Mutterschaftsgeld in der Schutzfrist
Während der Schutzfristen ruht das Arbeitsverhältnis nicht, die Vergütung wird über das Mutterschaftsgeld (§ 19 MuSchG, § 24i SGB V) und einen Arbeitgeberzuschuss (§ 20 MuSchG) sichergestellt. Gesetzlich Versicherte erhalten von der Krankenkasse bis zu 13 € pro Kalendertag, der Arbeitgeber stockt auf das durchschnittliche Nettogehalt auf.
Verwandte Fragen
- Was passiert, wenn die Geburt früher oder später als errechnet erfolgt?
- Beginnt die Geburt vor dem errechneten Termin, verlängert sich die Schutzfrist nach der Geburt um die nicht ausgeschöpften Tage vor der Geburt. Verzögert sich die Geburt, beginnen die acht Wochen erst mit dem tatsächlichen Entbindungstermin.
- Darf ich vor der Geburt freiwillig weiterarbeiten?
- Ja, in den sechs Wochen vor der Geburt nur freiwillig und jederzeit widerruflich. Nach der Geburt gilt das Beschäftigungsverbot dagegen absolut, eine Ausnahme ist nur bei Tod des Kindes und auf Verlangen der Mutter ab der dritten Woche nach der Geburt möglich.
- Zählt der Mutterschutz als Arbeitszeit für den Urlaubsanspruch?
- Ja. Die Schutzfristen gelten als Beschäftigungszeit. Der Urlaubsanspruch entsteht in dieser Zeit weiter, und bereits entstandener Urlaub kann nach Ende der Schutzfristen oder einer anschließenden Elternzeit genommen werden (§ 24 MuSchG).
Quellen
- § 3 MuSchG, Schutzfristen vor und nach der Entbindung
- Mutterschutzgesetz (MuSchG), gesetze-im-internet.de
- Leitfaden Mutterschutz, BMFSFJ
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Im Glossar
Mehr aus dem FAQ
- Was ist Elternzeit?Elternzeit ist eine unbezahlte Freistellung von der Arbeit zur Betreuung eines Kindes nach § 15 BEEG. Sie kann bis zu drei Jahre dauern, davon sind 24 Monate zwischen dem dritten und achten Geburtstag des Kindes übertragbar.
- Wie früh muss ich Elternzeit anmelden?Nach § 16 BEEG sieben Wochen vor Beginn schriftlich beim Arbeitgeber. Für Elternzeit zwischen dem dritten und achten Geburtstag des Kindes verlängert sich die Frist auf 13 Wochen.
- Was ist Elterngeld?Elterngeld ist eine staatliche Lohnersatzleistung nach dem BEEG. Basis-Elterngeld läuft bis zu 12 Monate (plus 2 Partnermonate), ElterngeldPlus bis zu 24 Monate. Mindestbetrag 300 €, Höchstbetrag 1.800 € pro Monat.