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FAQ · Rechnungen

Wie hoch sind die Verzugszinsen?

Antwort

5 Prozentpunkte über dem Basiszinssatz im B2C-Geschäft, 9 Prozentpunkte über Basiszins plus 40 € Pauschale im B2B (§ 288 BGB). Der Basiszinssatz wird halbjährlich von der Bundesbank festgelegt, zum 1. Januar und zum 1. Juli neu.

Die Formel

§ 288 BGB regelt zwei Verzugszins-Sätze:

- B2C (Geschäfte mit Verbrauchern): 5 Prozentpunkte über dem Basiszinssatz.
- B2B (Geschäfte ausschließlich zwischen Unternehmern): 9 Prozentpunkte über dem Basiszinssatz + 40 € Pauschale als Schadenersatz (§ 288 Abs. 5 BGB, einmalig je Rechnung).

Der Basiszinssatz wird halbjährlich angepasst und ist auf der Webseite der Deutschen Bundesbank veröffentlicht.

Der Basiszinssatz

Der Basiszinssatz ist nicht der EZB-Leitzins, sondern ein eigener Zinssatz nach § 247 BGB. Er wird zum 1. Januar und 1. Juli neu festgesetzt. Für den maßgeblichen Wert ab dem Verzugsbeginn schaust du auf der Bundesbank-Seite nach.

Ein konkretes Beispiel ist hier nicht hilfreich, weil sich der Wert halbjährlich ändert, bitte direkt nachsehen. Was bleibt: 5 PP (B2C) bzw. 9 PP (B2B) auf den jeweils gültigen Satz draufaddiert.

Berechnung, taggenau

Verzugszinsen werden taggenau ab Verzugseintritt berechnet, nicht in vollen Monaten. Die Formel:

Zinsen = offener Betrag × (Basiszins + Aufschlag) / 100 × Tage / 365

Beispiel B2B: Rechnung 5.000 € netto + 19 % USt = 5.950 € brutto, Verzug 45 Tage, Basiszinssatz 3,5 % → Zinsen = 5.950 × (3,5 + 9) / 100 × 45 / 365 ≈ 91,69 €. Plus 40 € Pauschale = 131,69 € Verzugsschaden.

Bei B2C dieselbe Formel mit 5 PP Aufschlag (statt 9) und ohne 40-€-Pauschale.

Pauschale und sonstiger Schadenersatz

Die 40-€-Pauschale nach § 288 Abs. 5 BGB gilt nur im B2B-Geschäft und ist pro Rechnung einmal fällig, auch bei mehrfachen Mahnungen zu derselben Rechnung. Sie soll typischerweise anfallende Mahnkosten abdecken und wird unabhängig vom tatsächlichen Aufwand geschuldet.

Zusätzlich kannst du nachweisbar entstandenen weiteren Schaden geltend machen: Inkasso-Kosten (im üblichen Rahmen), Anwaltskosten ab Vorgerichtshandlung, ggf. höhere Refinanzierungskosten. Bei Verbrauchern entfällt die 40-€-Pauschale; die anderen Schadensarten bleiben möglich.

Verwandte Fragen

Gelten die 9 % auch zwischen Selbstständigen?
Ja, sofern beide Parteien Unternehmer sind und der Vorgang im Rahmen der unternehmerischen Tätigkeit erfolgt. Ein Tischler-Auftrag eines Freiberuflers (für die Praxis) zählt B2B, ein Tischler-Auftrag desselben Freiberuflers privat zählt B2C. Maßgeblich ist der Charakter des Vertragsverhältnisses.
Wann zählt jemand als Verbraucher?
Verbraucher ist nach § 13 BGB, wer einen Vertrag zu Zwecken abschließt, die überwiegend weder gewerblich noch selbstständig sind. Bei Mischzweck zählt das überwiegende Motiv. Im Zweifel: der Verkäufer trägt die Beweislast für den B2B-Charakter, wenn er die 9 PP geltend machen will.
Müssen Verzugszinsen ausgewiesen werden?
In der Mahnung selbst musst du sie nicht zwingend ausrechnen, du kannst sie ankündigen ("ab dem 25.06.2026 berechnen wir Verzugszinsen in Höhe von 9 PP über Basiszins"). Bei der späteren Bezahlung addierst du den konkreten Zinsbetrag mit Berechnung dazu.

Quellen

Stand:

Im Glossar

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