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FAQ · Tracking

Wie tracke ich Bereitschaftsdienst korrekt?

Antwort

Bereitschaftsdienst (Anwesenheit am Arbeitsort) ist vollständig Arbeitszeit und wird komplett getrackt. Rufbereitschaft (freie Aufenthaltswahl, nur erreichbar) ist keine Arbeitszeit, nur die tatsächlichen Einsätze werden erfasst. Trennung in zwei Kategorien ist Pflicht.

Bereitschaftsdienst = volle Arbeitszeit

Beim Bereitschaftsdienst hält sich der Beschäftigte an einem vom Arbeitgeber bestimmten Ort auf, typisch: in der Klinik, in der Feuerwache, im Hotel, und kann jederzeit zur Arbeit herangezogen werden. Diese Zeit ist nach gefestigter Rechtsprechung des EuGH und BAG vollständig Arbeitszeit im Sinne der Arbeitszeitrichtlinie 2003/88/EG.

Maßgeblich ist das EuGH-Urteil C-518/15 (Matzak) zum belgischen Feuerwehrmann: Wer am vom Arbeitgeber bestimmten Ort physisch anwesend sein muss, leistet Arbeitszeit, auch wenn er nichts tut. Im Tracking landet die gesamte Schicht in der Spalte Arbeitszeit.

Rufbereitschaft = nur Einsätze zählen

Bei Rufbereitschaft ist der Aufenthaltsort frei wählbar, der Beschäftigte muss nur telefonisch oder per Pager erreichbar sein und im Einsatzfall innerhalb einer bestimmten Frist am Arbeitsplatz erscheinen. Diese Wartezeit ist keine Arbeitszeit, sondern Ruhezeit.

Nur der tatsächliche Einsatz selbst zählt, inklusive der Fahrt zum Einsatzort und zurück. Die Trennung wird relevant, wenn Einschränkungen so stark werden, dass faktisch keine Freizeit möglich ist: das EuGH-Urteil C-580/19 (Stadt Offenbach) zur Bereitschaft eines Feuerwehrbeamten stellt klar, dass die Grenze fließend ist, sobald die Reaktionsfrist sehr kurz ist (z. B. 20 Minuten) und die Aufenthaltswahl faktisch eingeschränkt wird, kippt Rufbereitschaft in Arbeitszeit.

Praktisch: zwei Tracking-Kategorien

Saubere Erfassung braucht zwei getrennte Buchungsarten:

1. Bereitschaftsdienst, läuft als Vollzeit-Block über die gesamte Schicht.
2. Rufbereitschaft mit Einsatz, die Rufbereitschaft selbst als Pauschal-/Bereitschaftspauschale (nicht in Arbeitszeit), der Einsatz als reguläre Arbeitszeit-Buchung mit Start und Ende.

Tarifverträge regeln oft, wie der Einsatz vergütet wird (häufig pauschal pro angefangener Stunde, plus Zuschläge bei Nacht/Wochenende).

Höchstgrenzen gelten weiter

Wichtig: Wenn Bereitschaftsdienst voll als Arbeitszeit zählt, frisst er die Tageshöchstarbeitszeit von 10 Stunden (Wie viele Stunden am Tag arbeiten?) und braucht eine 11-stündige Ruhezeit im Anschluss. Spezialregelungen im § 7 ArbZG erlauben Abweichungen per Tarifvertrag, sind aber nicht der Default.

Verwandte Fragen

Wird Bereitschaftsdienst voll bezahlt?
Arbeitszeitrechtlich ja, aber die Vergütung kann vertraglich oder tariflich anders geregelt sein, viele Tarifverträge zahlen für Bereitschaftsdienst weniger als für Volldienst, weil typischerweise nicht durchgehend gearbeitet wird. Die Trennung Arbeitszeit ja / Bezahlung wie ist eine wichtige Unterscheidung.
Was passiert, wenn ich in der Rufbereitschaft eingesetzt werde?
Der Einsatz selbst ist normale Arbeitszeit und wird als solcher getrackt, von der Annahme des Anrufs bis zum Ende der Tätigkeit, inklusive Fahrtzeit. Häufig wird zusätzlich eine Mindesteinsatzdauer (z. B. 30 oder 60 Minuten) pauschal vergütet.
Bricht ein Einsatz in der Nacht die Ruhezeit?
Ja, sobald die ununterbrochene 11-Stunden-Ruhezeit nach § 5 ArbZG unterbrochen wird, fängt sie neu an. Wer um 2 Uhr einen 30-minütigen Einsatz hat, dem stehen ab Einsatzende wieder 11 Stunden Ruhe zu, der Arbeitgeber muss den Folgetag entsprechend planen.

Quellen

Stand:

Im Glossar

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