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FAQ · Lohn

Was ist eine pauschale Besteuerung?

Antwort

Bei der Pauschalbesteuerung übernimmt der Arbeitgeber die Lohnsteuer mit einem festen Prozentsatz statt nach individuellen Lohnsteuermerkmalen. Bekannte Fälle: Minijobs (2 % oder 30 %), bestimmte Sachzuwendungen und betriebliche Altersvorsorge.

Pauschalierung statt individueller Lohnsteuer

Normalerweise zieht der Arbeitgeber Lohnsteuer nach den individuellen Merkmalen des Arbeitnehmers ab (Steuerklasse, Freibeträge, abgebildet in den ELStAM). Bei bestimmten Sachverhalten erlaubt das Einkommensteuergesetz dem Arbeitgeber, die Lohnsteuer pauschal zu übernehmen, entweder vom Arbeitgeber wirtschaftlich getragen oder auf den Arbeitnehmer abgewälzt.

Die Pauschalierung ist freiwillig (außer beim Minijob mit 2-Prozent-Pauschale), bietet aber Vereinfachung und ist für den Arbeitnehmer nicht in der Einkommensteuererklärung zu deklarieren.

Minijobs: 2 % oder 30 %

Bei geringfügig entlohnten Beschäftigungen (Minijob bis 538 € im Monat) gibt es zwei Pauschalwege:

- 2 % einheitliche Pauschsteuer (§ 40a Abs. 2 EStG): umfasst Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer. Bedingung: pauschale Rentenversicherungsbeiträge werden gezahlt.
- 20 % pauschale Lohnsteuer (§ 40a Abs. 2a EStG): wenn die Voraussetzungen der 2-Prozent-Variante nicht erfüllt sind; zzgl. Soli und Kirchensteuer.

Bei kurzfristigen Beschäftigungen (max. 3 Monate oder 70 Arbeitstage im Jahr) sind 25 % pauschale Lohnsteuer möglich (§ 40a Abs. 1 EStG).

Sachzuwendungen, Geschenke, Veranstaltungen

§ 37b EStG erlaubt eine 30-prozentige Pauschalsteuer auf Sachzuwendungen an Arbeitnehmer und Geschäftspartner (z. B. Sachgeschenke, Incentive-Reisen). Auch Betriebsveranstaltungen lassen sich nach § 40 Abs. 2 Nr. 2 EStG mit 25 % pauschal versteuern, falls die 110-Euro-Freibetragsgrenze pro Mitarbeiter und Veranstaltung überschritten wird.

Wichtig: Die Pauschalsteuer ist Annex zum Lohnabzug, sie löst die SV-Pflicht nicht automatisch ab.

Betriebliche Altersvorsorge

Bei Direktversicherungen und Pensionskassen-Beiträgen kann der Arbeitgeber unter Voraussetzungen 20 % Pauschalsteuer ansetzen (§ 40b EStG in der Übergangsfassung). Diese Variante ist im Wesentlichen für Altverträge vor 2005 relevant; Neuverträge laufen meist über die Steuerfreiheit nach § 3 Nr. 63 EStG.

Verwandte Fragen

Wer trägt die Pauschalsteuer wirtschaftlich?
Steuerschuldner ist der Arbeitgeber (§ 40 Abs. 3 EStG). Er darf die Pauschalsteuer aber im Innenverhältnis auf den Arbeitnehmer abwälzen. Beim Minijob ist es üblich, dass der Arbeitgeber die 2 % wirtschaftlich trägt.
Wird die Pauschalsteuer in der Einkommensteuererklärung berücksichtigt?
Nein. Pauschal versteuerte Bezüge bleiben außen vor, sie tauchen nicht in der Einkommensteuer des Arbeitnehmers auf und führen nicht zu Steuererstattung oder -nachzahlung.
Was ist der Unterschied zwischen Pauschalsteuer und Steuerfreiheit?
Pauschalsteuer = der Arbeitgeber zahlt einen festen Prozentsatz statt der individuellen Lohnsteuer. Steuerfreiheit = es entsteht gar keine Steuerpflicht (z. B. § 3 Nr. 63 EStG bei betrieblicher Altersvorsorge bis zur Grenze).

Quellen

Stand:

Im Glossar

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