Leitweg-ID
Bundesweite Routing-Kennung für elektronische Rechnungen an die öffentliche Verwaltung. Pflichtfeld in jeder XRechnung, ohne sie wird die Rechnung an der zentralen Eingangsplattform abgewiesen.
Was die Leitweg-ID ist
Die Leitweg-ID ist eine eindeutige Kennung, mit der eine elektronische Rechnung an die richtige Stelle innerhalb der öffentlichen Verwaltung weitergeleitet wird. Sie funktioniert wie eine Postanschrift in maschinenlesbarer Form: Bund, Land, Behörde, Organisationseinheit. Eingeführt wurde sie zusammen mit der E-Rechnungs-Pflicht im B2G-Verkehr. Ohne korrekte Leitweg-ID erreicht eine XRechnung den Empfänger nicht.
Aufbau der Leitweg-ID
Eine Leitweg-ID hat drei Bestandteile: Grobadressierung, Feinadressierung und Prüfziffer. Pflicht sind dabei Grobadressierung und Prüfziffer, die Feinadressierung ist optional. Die Grobadressierung ist numerisch und 2 bis 12 Stellen lang. Sie beginnt mit der zweistelligen Kennzahl des Bundeslands oder des Bundes (99) und kann um Regierungsbezirk, Landkreis und Gemeindeverband bzw. Gemeindekennzahl ergänzt werden. Die Feinadressierung umfasst bis zu 30 alphanumerische Zeichen und adressiert die konkrete Organisationseinheit; ihre Vergabe regeln Bund und Länder selbst. Die Prüfziffer ist zweistellig und wird nach ISO/IEC 7064 im Modulo-97-10-Verfahren aus Grob- und Feinadressierung berechnet. Getrennt werden die Teile durch Bindestrich-Minus, insgesamt ist eine Leitweg-ID 5 bis 46 Stellen lang. Maßgeblich ist die Leitweg-ID-Formatspezifikation der KoSIT.
Wo die Leitweg-ID in der Rechnung steht
In einer XRechnung wird die Leitweg-ID im Feld BT-10 (Buyer reference) hinterlegt. Dieses Feld ist im EN-16931-Datenmodell zwar optional, in der deutschen CIUS XRechnung aber zwingend zu befüllen. Bleibt das Feld leer oder steht dort eine ungültige Kennung, weist die ZRE (Bund) oder die OZG-konforme Plattform des jeweiligen Landes die Rechnung formal ab.
Wie man die richtige Leitweg-ID bekommt
Die Leitweg-ID gibt der Auftraggeber selbst vor, sie steht typischerweise im Auftragsschreiben, in der Vergabe-Unterlage oder im Bestellsystem der Behörde. Wer regelmäßig an den Bund liefert, bekommt die ID vom jeweiligen Beschaffungsamt. Im Zweifel nachfragen statt raten. Eine erfundene Leitweg-ID kommt vielleicht durch die Syntaxprüfung, die Rechnung landet dann trotzdem nirgendwo.
Glossar-Definition. Schritt-für-Schritt-Anleitungen zur Eingabe der Leitweg-ID in evaluateMe (Rechnungen ab dem Business-Plan) folgen in der Doku unter /docs/rechnungen.
Auch bekannt als
- Leitweg-Identifikationsnummer
- Leitweg ID
- Routing-ID
Häufige Fragen zu diesem Begriff
Verwandte Begriffe
Quellen
Häufige Fragen
- Brauche ich eine Leitweg-ID auch für B2B-Rechnungen?
- Nein. Die Leitweg-ID ist ausschließlich für Rechnungen an die öffentliche Verwaltung (B2G). In B2B-XRechnungen oder ZUGFeRD-Rechnungen ist das Feld nicht erforderlich. Will ein B2B-Empfänger trotzdem eine Buyer Reference, kann er einen freien Wert vorgeben.
- Was passiert, wenn die Leitweg-ID falsch ist?
- Die zentrale Eingangsplattform (ZRE für den Bund, OZG-RE für viele Länder) führt eine formale Validierung durch. Eine ungültige Leitweg-ID führt zur Ablehnung, die Rechnung gilt rechtlich als nicht zugegangen. Die Frist für Zahlungsverzug beginnt erst, wenn eine korrekte Rechnung eingeht.
- Ist die Leitweg-ID dieselbe wie die Kundennummer?
- Nein. Die Kundennummer (Buyer ID) identifiziert dich als Lieferant beim Kunden. Die Leitweg-ID identifiziert den Empfänger im Verwaltungs-Routing. Beide können in einer Rechnung vorkommen, sie haben unterschiedliche Zwecke.