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FAQ · Tracking

Wie tracke ich Reise- und Wegezeit?

Antwort

Pendelzeit zwischen Wohnung und erster Arbeitsstelle ist keine Arbeitszeit. Wege zwischen Arbeitsorten und Kunden schon. Bei Dienstreisen zählt die Fahrt als Fahrer voll, als Beifahrer oder Bahnreisender ist die Lage uneinheitlich, bei Auslandsreisen meist Arbeitszeit.

Pendelzeit ist keine Arbeitszeit

Der Weg vom Wohnort zur ersten Arbeitsstelle und zurück ist keine Arbeitszeit, er liegt im privaten Risikobereich. Das gilt auch für lange Pendelstrecken oder Stau auf der Autobahn. Wer 90 Minuten ins Büro fährt, beginnt seine getrackte Arbeitszeit erst beim Erreichen des Arbeitsplatzes.

Ausnahme: Wenn der Arbeitsweg ausnahmsweise im Interesse des Arbeitgebers liegt (z. B. ein Werkzeug muss zuhause abgeholt werden, weil keine Werkstatt-Lagerung möglich ist), kann ein Teil zur Arbeitszeit zählen. Das ist die Ausnahme, nicht die Regel.

Wege zwischen Arbeitsorten zählen

Sobald der Arbeitstag begonnen hat, sind alle Wege zwischen verschiedenen Arbeitsorten Arbeitszeit. Konkret:

- Außendienst: Fahrt von Kunde A zu Kunde B
- Filialleitung: Weg von Filiale 1 zu Filiale 2
- Handwerk: Fahrt vom Betrieb zur Baustelle und zwischen Baustellen
- Beratung: Wechsel vom Büro zum Vor-Ort-Termin

Diese Zeiten gehören ins Tracking, typischerweise als eigene Kategorie „Wegezeit" oder „Fahrt", damit sie für Abrechnung und Auswertung trennbar von Produktivzeit bleiben.

Dienstreisen, Fahrer vs. Beifahrer

Bei Dienstreisen wird unterschieden:

- Als Fahrer im PKW: vollständig Arbeitszeit, weil aktive Tätigkeit.
- Als Beifahrer oder Bahnreisender bei Inlandsreisen: uneinheitlich. Wenn aktive Arbeit möglich und vom Arbeitgeber gewünscht ist (Laptop, Telefonate), zählt es als Arbeitszeit. Reine Reisezeit ohne Arbeitsauftrag ist häufig keine Arbeitszeit.
- Bei Auslandsreisen: Das BAG hat in 5 AZR 553/17 entschieden, dass Hin- und Rückreise zu einer im Ausland ausgeführten Tätigkeit grundsätzlich Arbeitszeit sind, auch dann, wenn die Reise an einem freien Tag liegt. Die Vergütung kann tariflich oder vertraglich abweichend geregelt sein.

Bei längeren Bahnreisen mit klarem Arbeitsauftrag: tracken. Bei reiner Übernachtungs-Reise ohne Aufgabe: oft Erholungsreise nach Vereinbarung.

Praktisch: Wegezeit als eigene Kategorie

Empfehlung für sauberes Tracking: Wegezeit nicht in Projekt-Zeiten mischen, sondern als separate Buchungsart führen. Vorteile:

- Abrechnung gegenüber Kunden bleibt sauber (Wegezeit häufig anders kalkuliert als Fachzeit)
- Auswertung zeigt echten Produktiv-Anteil
- Bei Streitfällen zur Arbeitszeit ist nachvollziehbar, was wann gefahren wurde

Die Trennung zur Pendelzeit muss organisatorisch klar sein: Pendelzeit gehört nicht ins System.

Verwandte Fragen

Muss mein Arbeitgeber die Wegezeit bezahlen?
Arbeitszeitrechtlich zählt sie als Arbeitszeit, aber die Vergütung ist eine zweite Frage. Im Arbeits- oder Tarifvertrag wird oft eine geringere Vergütung für Fahrtzeiten festgelegt, das ist zulässig, solange der gesetzliche Mindestlohn auf alle Stunden gerechnet eingehalten wird.
Was, wenn ich im Homeoffice arbeite und nur ab und zu ins Büro fahre?
Die Fahrt vom Homeoffice ins Büro ist weiterhin Pendelzeit, weil das Büro als regelmäßige Arbeitsstätte gilt. Anders kann es liegen, wenn das Homeoffice arbeitsvertraglich als erster Arbeitsort definiert ist und das Büro nur sporadisch aufgesucht wird, dann ist die Fahrt eher dienstliche Wegezeit.
Zählt die Übernachtung auf Dienstreise als Arbeitszeit?
Die reine Übernachtung im Hotel ist keine Arbeitszeit, weil keine arbeitsbezogene Tätigkeit ausgeübt wird. Wer dagegen abends noch dienstliche Termine hat oder am Laptop arbeitet, trackt diese aktiv geleisteten Stunden.

Quellen

Stand:

Im Glossar

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