Was ist die betriebliche Altersvorsorge?
Antwort
Eine zusätzliche Rente über den Arbeitgeber, geregelt im BetrAVG. Nach § 1a BetrAVG kannst du Entgeltumwandlung verlangen, bis zu 4 % der Beitragsbemessungsgrenze. Beiträge sind bis 8 % dieser Grenze steuerfrei, davon bis 4 % auch beitragsfrei in der Sozialversicherung.
Was die bAV ist
bAV ist eine vom Arbeitgeber organisierte Altersversorgung. Sie kann auf fünf Durchführungswegen laufen: Direktzusage, Unterstützungskasse, Direktversicherung, Pensionskasse, Pensionsfonds.
Beiträge können vom Arbeitgeber, vom Arbeitnehmer (Entgeltumwandlung) oder von beiden gezahlt werden. Die Auszahlung erfolgt typischerweise als monatliche Rente oder als einmalige Kapitalzahlung im Rentenalter.
Anspruch auf Entgeltumwandlung (§ 1a BetrAVG)
Seit 2002 kannst du verlangen, dass ein Teil deines künftigen Bruttogehalts in einen bAV-Beitrag umgewandelt wird. Die Grenze steht im Gesetz: bis zu 4 % der jeweiligen Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung.
Den Weg sucht sich nicht der Arbeitgeber frei aus. Ist er zu einem Pensionsfonds oder einer Pensionskasse bereit, läuft die Versorgung dort. Sonst kannst du verlangen, dass er für dich eine Direktversicherung abschließt.
Steuer- und SV-Vorteile (§ 3 Nr. 63 EStG)
Beiträge aus Entgeltumwandlung in eine Direktversicherung, Pensionskasse oder Pensionsfonds sind:
- bis 8 % der Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung steuerfrei (§ 3 Nr. 63 EStG),
- davon bis 4 % derselben Grenze auch beitragsfrei in der Sozialversicherung (§ 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 9 SvEV).
Die 4 % sind also keine zweite Etage über den 8 %, sondern der Teil davon, der auch die Sozialabgaben spart. Die Grenze selbst wird jährlich über die Sozialversicherungsrechengrößen-Verordnung festgelegt.
Arbeitgeberzuschuss: 15 %
Bei Entgeltumwandlung muss der Arbeitgeber 15 % des umgewandelten Entgelts zusätzlich weiterleiten, soweit er dadurch Sozialversicherungsbeiträge spart (§ 1a Abs. 1a BetrAVG). Für Vereinbarungen von vor 2019 gilt das seit dem 1.1.2022 (§ 26a BetrAVG). Der Zuschuss landet im bAV-Vertrag und erhöht die spätere Rente.
In der Auszahlung: Steuer und Kassenbeitrag
Was du beim Einzahlen sparst, holt sich der Staat später zum Teil zurück. Auszahlungen aus Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds musst du im Rentenalter voll versteuern. Bei Direktzusage und Unterstützungskasse zählt die Rente zu den Versorgungsbezügen, dort bleibt über den Versorgungsfreibetrag ein Teil steuerfrei (§ 19 Abs. 2 EStG). Gesetzlich Krankenversicherte zahlen auf die Betriebsrente zusätzlich Kassenbeiträge, soweit sie über dem Freibetrag der Krankenversicherung liegt.
Ob sich die bAV am Ende rechnet, hängt damit am eigenen Lebenslauf und an der Steuerprogression.
Verwandte Fragen
- Was passiert mit meiner bAV, wenn ich den Arbeitgeber wechsle?
- Was du selbst per Entgeltumwandlung finanziert hast, ist sofort unverfallbar, unabhängig vom Durchführungsweg (§ 1b Abs. 5 BetrAVG). Rein arbeitgeberfinanzierte Zusagen bleiben dir erst, wenn du beim Ausscheiden über 21 bist und die Zusage mindestens drei Jahre bestanden hat (§ 1b Abs. 1 BetrAVG). Den Vertrag kannst du mitnehmen, beitragsfrei stellen oder beim neuen Arbeitgeber weiterführen, sofern beide mitspielen.
- Bekomme ich die bAV auch als Minijobber?
- Ja, der Anspruch auf Entgeltumwandlung gilt auch für geringfügig Beschäftigte. Praktisch lohnt sich die Entgeltumwandlung im Minijob aber selten, weil die SV-Vorteile dort schon weitgehend ausgeschöpft sind.
Quellen
- BetrAVG § 1a, Anspruch auf Entgeltumwandlung
- BetrAVG § 1b, Unverfallbarkeit
- EStG § 3 Nr. 63, Steuerfreiheit von bAV-Beiträgen
- EStG § 19 Abs. 2, Versorgungsfreibetrag
- Betriebsrentengesetz (BetrAVG)
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